Terminal bzw. Konsole – ein paar Alternativen (1)
(Anmerkung: Den folgenden Text hatte ich vor einiger Zeit schon einmal an anderer Stelle veröffentlicht. Diese »andere Stelle« gibt es aber nicht mehr; den Text wollte ich aber nicht untergehen lassen – deshalb hier erneut.)
Um textbasierte Anwendungen in einem grafischen System unter Linux laufen zu lassen, bedarf es eines Terminals, einer Konsole (oder genauer gesagt: einer Terminalemulation).
In der UNIX-, Linux-, BSD-Welt gibt es diverse dieser Terminalemulatoren (im Folgenden einfach ‘Terminal’ genannt), so dass sich für jeden etwas findet, sofern der mit dem Desktopsystem mitgelieferte nicht befriedigt.
Wer mit Gnome arbeitet findet den gnome-terminal; unter KDE wird konsole installiert und XFCE hat den xfce-terminal.
So, was gibt es noch? Im Folgenden habe ich mal weitere Terminals aufgeführt. Diese lassen sich neben den Terminals, die die o.a. Desktopsysteme mitbringen, installieren, so dass man je nach Belieben verschiedene Terminals nutzen kann.
xterm
xterm ist Bestandteil des X Window Systems und wird meines Wissens bei jeder X Windows-Installation mit installiert. Startet man xterm, sieht das erst einmal recht spartanisch aus. Man sieht kein Menü – nur der Prompt und der Titelbalken. <Ctrl+linke Maustaste> zeigt dann das Menü mit den Main Options; <Ctrl+rechte Maustaste> zeigt das Menü VT Fonts (man muß die Tasten aber gdrückt halten).
Um xterm zu konfigurieren, gibt es eine Vielzahl von Optionen (siehe in der man page). Soll die Konfiguration dauerhaft sein, gibt man die entsprechenden Vorgaben in die Datei ~/.Xresources ein. Ist sie nicht vorhanden, legt man sie an. (An Stelle von .Xresources geht auch .Xdefaults). Das kann z.B. in der Datei wie folgt aussehen:
XTerm*scrollBar:true (verschafft xterm einen Scrollbalken)
XTerm*Background:blue (blauer Hintergrund – geht auch mit HEX-Farbangaben – z.B.: #8B0000)
XTerm*Foreground:yellow (gelbe Schrift)
XTerm*font :9×15 (größere Schrift, da xterm per default eine sehr kleine Schrift mitbringt)
Nachdem man die Datei wie gewüscht bestückt hat, muß noch
xrdb -merge $HOME/.Xresources
durchgeführt werden, damit die Vorgaben wirksam werden.
Aterm
Aterm basiert auf rxvt (siehe unten) mit einigen Zusätzen wie Transparenz und benötigt auch recht wenig Speicher. Ein Nachteil ist, dass UTF-8 bzw. Unicode nicht unterstützt werden.
Konfiguriert wird Aterm wie xterm in der ~/.Xresources oder ~/.Xdefaults – Beispiel:
aterm*background:black
aterm*foreground:white
aterm*scrollBar:true
Auch hier nach Eingabe der Vorgaben:
xrdb -merge $HOME/.Xresources
multi-aterm
multi-aterm wurde aus den Quellen von Aterm entwickelt, ist klein und schnell und bringt Pseudotransparenz, sowie Tabs mit. GNOME oder KDE libs sind nicht erforderlich; multi-aterm ist in X-lib geschrieben.
Mit diesem Terminalemulator habe ich mich nicht weiter befasst. Er ist in den Debian-Quellen als Paket verfügbar. Laut Entwicklerhomepage gibt es aber noch keine Stable-, sondern nur Development-Versionen.
mlterm
mlterm ist ein multilingual Terminalemulator für X11. Er unterstützt:
ISO-8859-[1-11], ISO-8859-[13-16], TIS-620 (same as ISO-8859-11), KOI8-R, KOI8-U, KOI8-T, GEORGIAN-PS, TCVN5712, VISCII, CP1251, CP1255, EUC-JP, EUC-JISX0213, Shift_JIS, Shift_JISX0213, ISO-2022-JP[1-3], EUC-KR, UHC, JOHAB, ISO-2022-KR, GB2312 (EUC-CN), GBK, GB18030, ISO-2022-CN, HZ, EUC-TW, BIG5, BIG5HKSCS und UTF-8.
mlterm erkennt an Hand der gesetzten locale das passende encoding. Wer mit Debian oder Ubuntu arbeitet, kann mlterm mit apt-get install mlterm oder per synaptic installieren.
wterm
wterm ist ein Terminalemulator für das X-Window-System mit Unterstützung des VT102-Farbschemas. Er ist sparsam in Bezug auf Systemressourcen und bietet eine Oberfläche mit NeXTSTEP-artigen Scrollbalken und einem Anwendungsmenü, welches sich gut in den Window-Maker-Fenstermanager und GNUstep-basierte Anwendungen integrieren lässt. wterm arbeitet gut mit allen Fenstermanagern und Desktopumgebungen zusammen.
wterm bringt Hintergrundbilder, Transparenz und umgekehrte Transparenz mit. Wer es multilingual haben möchte, nimmt wterm-ml.
Beides gibt es unter Debian und Ubuntu in den Quellen – siehe zur Installation bei mlterm.
(Zweiter Teil folgt bald)










Hi,
nur der Vollständigkeithalber
Maus-/Tastenkombination bei xterm öffnet die VT-Options
eigenartig, die aufgeschriebene Tastenkombination wurde nicht in den Kommentar übernommen, also es muss heißen mittlere Maustaste und Ctrl
[...] – nach dem ersten Teil folgt üblicherweise der zweite Teil. Weiter mit der Kurzrevue der Terminalemulatoren. In [...]