Wird GNU/Linux durch das Google Chrome OS zu einem Gewinner auf dem Desktop?

Diese Frage steht in dem Titel (en) (Why Google Chrome OS will turn GNU/Linux into a desktop winner) von Tony Mobilys Artikel bei Free Software Magazin – sozusagen ‘zwischen den Zeilen’. Wie kommt Tony Mobily zu dieser Ansicht (der folgende Text gibt den Artikel sinngemäß wieder; sollten sinnentstellende Fehler enthalten sein, bitte einen Hinweis – Danke!)?

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Eine kleine Revolution findet gerade in der IT-Welt statt und wir sind Zeuge. Microsoft Windows Dominanz wurde schon des öfteren herausgefordert: zuerst von OS/2 (failed), dann von Apple (failed), von Java und network computing (failed), weiter von GNU/Linux und Ubuntu (failed, zumindest bisher). Und nun von Google’s Chrome OS. Was spricht dafür, das es diesmal klappt?
Es gibt einige Faktoren – schauen wir uns diese mal an.

#1: Das Betriebssystem ist nicht mehr so wichtig. 2009 sind die Leute mit dem und für das Web beschäftigt

Dieser Punkt ist sehr wichtig. Die Macht eines Betriebssystems wird durch die Verfügbarkeit von Anwendungssoftware für dieses Betriebssystem begründet. Microsoft Windows (MS) beschäftigt dafür Massen von Entwicklern und macht so das Betriebssystem als Plattform unentbehrlich. Java hat versucht, dies mit der virtuellen Machine zu durchbrechen.
Die Zeiten haben sich geändert. Es wird für ds Web entwicklet und die Anwendungen hängen nicht mehr von einem Betriebssystem ab (z.B. Dokumenten Managements werden jetzt entwickelt mit einer Mixture aus HTML, AJAX, und server side Programmen). Es werden keine Windows Programme mehr geschrieben, sondern Webanwendungen.
Es gibt einige Ausnahmen wie z.B. Photoshop, aber die meisten Anwendungen, die die Leute nutzen, gibt es im Web, in der ‘Cloud’. Das Betriebssystem wird immer weniger wichtig.

#2: Google’s Marktmacht

Machen wir es einfach: Wenn Du einen Drucker kaufst, siehst Du einen Sticker ‘Windows compatible’, manchmal auch einen ‘OS X compatible’ – aber nie einen ‘GNU/Linux compatible’ – nie!.

Bisher konnte dies niemand ändern, auch Canonical nicht. Google könnte dies als erster schaffen. Sie haben die Marktmacht und Kraft, eine Infrastruktur zu schaffen, die die Hardwarehersteller dazu bewegen könnte, das ein ‘Chrome OS compatible” Logo auf der Hardware erscheint. Diese wäre für GNU/Linux-Nutzer einen immense Änderung – sie wüßten, das diese Hardware dann auch unter GNU/Linux läft.

#3: Google macht Dinge, die funktionieren
Die Leute bei Google wissen was sie tun. Viele Menschen vertrauen den Produkten von Google. Android ist toll. GNU/Linux ist zwar komplett für den Desktop geeignet, aber Softwareinstallation und der Support für die Peripherie ist nach wie vor ein Problem. Das sind meiner Ansicht die Hauptprobleme von GNU/Linux. Wäre das gelöst und hätten wir ein Sticker ‘GNU/Linux compatible’, dann hätten wir es.

Wird es gut werden?
Es gibt noch keine technischen Spezifikationen des Google ChromeOS – hier ist meine persönliche Wunschliste:

  • Softwareinstallation a la OS X – ein Verzeichnis = eine Benutzeranwendung.
  • Verfügbarkeit von Software von Drittanbietern. Es muß möglich sein, Quake, GNU/Linux Spiele, OpenOffice und mehr laufen zu lassen. Google wird zwar alles tun, das seine Anwendungen genutzt werden, aber die Software von Drittanwendern sollte auch laufen.
  • Gnome und KDE Software sollte laufen. Es gibt dafür eine Menge guter Anwendungen, die nicht neu geschrieben werden müssen.
  • X soll verwendet werden, mit einem Windowmanager.
  • Veröffentlicht es unter einer freien Lizens.
  • Fazit

    Spannende Zeiten! Ich habe mir gerade ein Dell Netbook gekauft und wäre glücklich, die erste Betaversion des Google ChromeOS darauf zu installieren.
    Es besteht die Gefahr, das Google vielleicht etwas falsch macht, aber es ist die richtige Zeit, es zu tun. Danke Google.

    Das klingt ja alles sehr euphorisch, aber aus meiner Sicht ist hier der Wunsch, MS eins auszuwischen, mit Tony Mobily durchgegangen. Auch sind da einige Behauptungen enthalten, die so nicht stimmen (schwierige Softwareinstallation unter GNU/Linux z.B.), die nicht zusammen passen und die in einem Free Software Magazin schon etwas befremdlich sind. Oder wollte er etwas provozieren?
    Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Ein Sticker ‘GNU/Linux compatible’ auf der Hardware wäre schon toll – dann hätte sich das Google Chrome OS gelohnt. Ich bleibe aber trotzdem bei meiner lokalen Linuxdistribution!

    Update 16.07.2009:

    Hier gibt es eine Erwiderung (en) auf den Artikel von Tony Mobiliy.

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    Ein Kommentar

    1. Euphorisch ist gut, ich meine, es klingt eher naiv. Was soll durch Chrome OS besser werden? Die Linux-Kompatibilität für Notebooks und PCs ist jetzt schon ziemlich gut.

      Ich könnte mir vorstellen, dass Chrome OS in die Richtung von dem Xandros geht, was anfangs auf den Eee-PCs drauf war. Einfache Oberfläche und die Google-Dienste hart verdrahtet.

    Schreib etwas dazu