Osmo – die kompakte PIM-Software
Zu PIM-Software (Personal Information Management) fällt dem Linux-User auf Anhieb Evolution (Gnome) und KDE PIM ein. Wer es weniger mächtig haben will, sollte einmal Osmo probieren.
Osmo ist in C programmiert (erfordert nur 780KB Plattenplatz) und nutzt als User Interface GTK+. Pakete für Debian, sidux und Ubuntu sind in den Distributionsquellen enthalten und können mit apt-get oder über synaptic schnell und einfach installiert werden. Unter Debian ‘Lenny’ wird Version 0.2.2 installiert.
Osmo-Pakete gibt es auch für folgende Distributionen: Archlinux, Fedora, Gentoo, Mandriva, OpenBSD, PuppyLinux, Slackware, VectorLinux und Zenwalk.
Abhängigkeiten für die aktuelle Version 0.2.6 laut Homepage des Projektes:
Erforderlich:
GTK+ – The GIMP Toolkit library, version >= 2.12
LibXML 2 library, version >= 2.0.0
Optional:
LibNotify library, version >= 0.4.4
Libical library, version >= 0.33
Libgringotts library, version >= 1.2.1
Libsyncml library, version >= 0.4.0
Osmo bringt einen Kalender sowie Aufgaben-, Kontakt- und Notizverwaltung mit – mehr braucht es aus meiner Sicht für ein privates PIM nicht. Die Maskenseiten sind klar und übersichtlich gestaltet und erschließen sich intuitiv (was sie auch müssen, da ein Handbuch nicht existiert und die man pages sehr knapp gehalten sind (zumindest in der hier installierten Version 0.2.2). Da das Programm aber eine deutsche Lokalisierung mit bringt, kommt man gut ohne Handbuch zurecht. Die vollständige Liste der Tastenkombinationen findet sich in der Version 0.2.2 unter Über/Tastenkombinationen, bei neueren Versionen unter Optionen/Tastenkombinationen.
Nach dem Start (osmo & in einem Terminal) nistet sich Osmo im Tray der Startleiste ein, ist jederzeit dort erreichbar (Beenden: rechte Maustaste auf das Symbol -> Beenden oder Ctrl+q). Startet man Osmo mit der Option --tinygui, startet das Hauptfenster in 550×723-Pixelgröße (das Debian-Paket ist so voreingestellt).

Das Startfenster zeigt den Kalender. Über die Tabs erreicht man schnell und einfach die anderen Bestandteile. Im Kalender ist der aktuelle Tag eingekreist; sind für einen Tag Notizen oder Aufgaben vorhanden, wird der Tag mit einem Hochkomma markiert. Osmo erstellt auf Wunsch auch Jahreskalender.
Über den Tab Optionen erreicht man die Einstellungsmaske. Dort sind diverse Einstellungen für die persönlichen Prefenrenzen möglich. Unter anderem das Verschlüsselungsverfahren für die Notizen

und weitere Voreinstellungen, die aber für jede Kategorie separat festzulegen ist bzw., festgelegt werden können.

Osmo speichert seine Daten in einem XML-basierten Dateiformat in ~/.osmo. Ein Austausch mit anderen Programmen ist somit erschwert. Der Datenexport in andere Programme steht aber auf der to do-Liste der Entwickler.
Ist die Zusammenarbeit mit anderen PIM-Programmen oder anderen Usern nicht so wichtig, dann ist Osmo ein Tool, welches den Anforderungen an ein persönliches PIM auf jeden Fall gerecht wird. Durch die Möglichkeit, die Fenster auf 550×723-Pixelgröße einzustellen, ist Osmo geradezu prädestiniert für kleinere Bildschirme.
Osmo erfüllt meines Erachtens die KISS-Anforderung gut und ist meine persönliche Wahl hinsichtlich PIM.
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